Eine Märchenhochzeit lässt grüßen

 

MundMs2k

So viel Zeit vergangen und nicht mehr von den anderen Hochzeiten berichtet… Diese Hochzeit muss ich aber definitiv noch erwähnen, weil sie einfach traumhaft war.

Also, während wir vor einiger Zeit Hochzeit No.2 verpassten, freuten wir uns auf umso mehr auf die Hochzeit von Maria und Murat. Zum ersten Mal war ich auf eine Hochzeit eingeladen, die nur für so wenig Menschen ausgerichtet war. Ca. 90 Personen. Wow! Für einige Menschen wahrscheinlich immer noch eine ganze Menge, für mich eine überschauliche Runde.

Wie es natürlich an so einem Tag sein muss, kamen wir zu spät. Wir waren die letzten – aber immer noch vor der Braut. Vor dem Eingang zum Innenhof, ließ sich mein Mann noch die Krawatte von einem italienischen Herren binden. Er war hervorragend angezogen, war wahrscheinlich Mitte 60, also für einen Klischee Italiener etwas groß gewachsen und sehr schlank. Die Haare saßen perfekt. Kurz gesagt, er sah aus wie ein Mafioso. Aber ich spreche hier nicht von irgendeinem tätowierten Muskelprotz. Ich meine die Alte Schule. Marlon Brando oder Al Pacino in „der Pate“. Es wirkte aber nicht abschreckend. Ganz im Gegenteil. Man verspürte also schon beim Eintreten den Begriff „Familie“. Wie sich später herausstellte, war es natürlich der Onkel unserer Braut.

Da wir zu spät kamen, hatten wir natürlich auch nur die billigen Plätze und durften stehen. Hier möchte ich mich kurz bei meinem Mann dafür bedanken, ich hatte mit der Verspätung nichts zu tun.

Die Braut wurde von ihrem Vater hereinbegleitet und dieser Moment hatte einfach etwas zauberhaftes. Während wir alle aufstanden, beobachteten wir die Braut. Ich versuchte den Moment einfach einzufangen, denn es war, als würde für einen Moment die Zeit einfrieren. Wir waren in einem Raum, der wie eine kleine, schlichte Kapelle dekoriert war, aber eigentlich keine Kapazität für 90 Personen hatte. Alle quetschten sich also noch mehr aneinander, um den beiden möglichst viel Platz für den Durchgang zu ermöglichen. Als wir dann bemerkten, dass diese dann aber um uns herum liefen und am anderen Ende eintraten, ging ein leises Raunen durch den Saal und man hörte das Gelächter einiger. Jedenfalls sah ich wie glücklich meine Freundin war, denn ihre Augen strahlten förmlich, als sie an uns vorbeiglitt mit ihrem kleinen, süßen Vater. Es fand eine symbolische Trauung statt, in der das Kennenlernen des Paares beschrieben wurde. Der Cousin des Bräutigams stand neben uns und vermittelte mir das Gefühl, als sei er genauso aufgeregt und glücklich wie Murat selbst. Zwischendurch jubelte er noch laut und rief etwas dazwischen und bestätigte somit meine Vermutung. Aber warum auch nicht. Sein Cousin heiratet und das nur einmal!

Nach der Trauung ging es nach draußen in den Hof. Zwischendurch wurden Häppchen verteilt und Getränke konnte man auch erhalten. Durch die ganzen Pflanzen die überall wuchsen und auch wucherten, hatte das ganze einen verspielten Hauch. Überall blühte Flieder und verleihte reizende Atmosphäre. Ich verlinke euch hier noch mal die Seite der Location. Der Innenbereich ist im Shabby-Chic Stil eingerichtet und diese Stilrichtung zieht sich bis in die WCs wie ein roter Faden. Vielleicht gefällt es nicht jedem, aber wie das so ist, saßen wir dann auch mal mit den Mädels alleine und haben gequatscht und jede war begeistert. Vielleicht war es die Stimmung, die alles noch perfektionierte, aber auf einmal fanden wir Mädels uns bei der Planung unserer Hochzeitsjubiläen und dieses mal mit nur 100 statt 1000 Personen wieder.

Als wir dann irgendwann drinnen saßen, ging das Programm weiter. Mein Lieblingsonkel sang auf der Tanzfläche mit dem Mikorofon italienische Lieder und gab dem ganzen noch seinen eigenen Flair. Mein Mafioso-Onkel wird emotional, will singen, trinken und stolz von seiner Nichte prahlen. Hollywoodreif.

Und letzten Endes musste es ja dazu kommen, dass der eben besagte Cousin, Okhan, eine Rede halten musste. Ja, ich mag keine Reden. Meistens sind sie trocken und langweilig und emotionslos und zu lang und langweilig. Doppelt hält besser. Aber diese Rede war alles andere als langweilig oder emotionslos. Am Ende dachte ich nur: Wann hört er auf zu reden? Nicht weil sie so schrecklich war, sondern weil ich nicht heulen wollte. Jedoch hätte ich mir ja denken können, dass die Pointe zum Schluss kommt und ich zitiere nur den letzten Satz, der mich zerschmettert hat wie damals der Eisberg die Titanic.

„Ich hab‘ mir immer gewünscht, du wärst so wie ich.

Heute wünschte ich, ich wär‘ so wie du“.

Leute, während des Tippens bekomme ich wieder Gänsehaut. Ich weiß nicht, ob man so etwas überhaupt über einen Blog vermitteln kann. Aber wenn ein Extrem solche Worte zu seinem Gegenpol sagt, dann sind das starke Worte. Worauf ich hinaus will: Ich habe geheult wie ein Baby! Und ich habe nur aufgehört, weil alle irgendwann anfingen mich merkwürdig anzuschauen. Ehrlich. Es waren 15 Minuten vergangen, alle lachten schon längst wieder und unterhielten sich, während ich noch zerschlagen da saß und über diese Worte nachdachte.

Das Programm verlief noch sehr unterhaltsam weiter und war super organisiert. Natürlich gibt es immer Verzögerungen oder Unterbrechungen auf Hochzeiten, aber die Improvisation lässt grüßen. Ich muss kurz auf’s Essen eingehen und nochmal das La Dü loben. omg. Es gab drei unterschiedliche Gerichte mit jeweiligen Beilagen, wie Kartoffeln oder Spargel. Man hatte die Auswahl zwischen, Fisch, Perlhuhn und Steak. Ich kam mit riesigem Hunger auf die Hochzeit, war aber leider schon nach der ersten Portion (Steak) satt. Ich habe mir dann noch eine zweite Portion gegönnt, denn ich wollte unbedingt wissen, wie das Perlhuhn schmeckte. Es war ein Traum. Ich hatte in meinem Leben noch nie ein so saftiges Hähnchen. Also Leute, ich kann euch diese Location echt nur ans Herz legen.

Schließlich kamen wir dann zum Tanzen. Leider war da schon meine Batterie so gut wie leer. Letztens hatte ich ein Gespräch mit meinem 15- Jährigen Bruder, der mich fragte, wann ich immer schlafen gehen würde. Als ich darauf antworte: „Meistens gegen 23 Uhr“, musste er lachen und sagte „Abla, du bist alt geworden!“. Naja, ich verharmlose es einfach mal mit dem Satz: „Ich habe einen geregelten Wochenablauf“. Bei mir ging also nicht mehr wirklich was. Das Tanzen habe ich dann den Anderen überlassen und stand meistens nur dabei. Mein Manko für die Location: Es gab kein Redbull. Ich trinke leider keinen Kaffee und für so einen langen Tag braucht man einfach Koffein um durchzuhalten. Aber ist halt mein persönliches Manko, denn für andere gab es jede erdenkliche Art von Kaffee. Der Abend klang schön ab und alle amüsierten sich sehr, als wir die Party verließen. Es war definitiv ein unvergesslicher Abend- vor allem für das Brautpaar und ihrer Familien.

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